Mittlerweile nutzen die KI alle. Die einen reden mit ihr über Beziehungen, andere lassen sich Briefe schreiben, die Bilder hier, sind auch mit KI erstellt und so manche versuchen sich Unternehmen empfehlen zu lassen. Die Hauptnutzung in dem Bereich betrifft aktuell Restaurants. Eine sehr interessante Entwicklung, wo doch noch nicht eine KI je einen Bissen gegessen hat ;)

Mein Unternehmen wird nicht gefunden bei der KI Suche

Dieses Problem haben viele. Und es ist ein Problem, da die Nutzung der klassischen Suchmaschinen zu Gunsten der KI Angebote zurück geht. Die aktuellen Marktanteile, sprich Nutzerzahlen zeigen eines ganz deutlich: Im Moment kommt man an ChatGPT nicht vorbei, wenn man Menschen erreichen möchte, die KI aktiv nutzen.

Auf der Webseite Statcounter.com sind die Zahlen für Österreich recht eindeutig, ChatGPT hat einen Anteil von über 80 % (Quelle: https://gs.statcounter.com/ai-chatbot-market-share/all/austria 09.02.2026). Lassen wir mal alle anderen links liegen und schauen wir uns an, was ChatGPT bei so einer Suche eigentlich macht.

ChatGPT – klare Nummer eins bei der KI Nutzng. Aber wie ist es mit der klassischen Suche?

Suchmaschinen-Suche vs. KI Suche – was sagen die Statistiken?

Da kann man durch den virtuellen Blätterwald pflügen, wie man will, alle behaupten, Google ist nach wie vor die unangefochtene Nummer 1, wenn es um die Suche im Netz geht. Lassen wir das einmal stehen, denn die Frage ist ja nicht, wie viele Menschen „suchen“ auf KI Anwendungen, sondern, wie viele klassische Suchen werden dadurch nicht durchgeführt? Dazu gibt es keine Zahlen. Was wir sehen sind Marktanteile.

Wenn wir eine ganz simple KI Recherche betrachten, wie z.B. nach dem besten Ferienhotel in Mallorca, erkennen wir sehr rasch einen Unterschied.

Google Suche für das Beispiel „Ferienhotels in Mallorca“:

  1. Wir suchen auf Google genau nach dem Begriff. Das Ergebnis sind zunächst alle Werbungen, es gibt kein organisches Ergebnis mehr auf der ersten Bildschirmansicht. Scrollt man nach unten, Maps mit Hotels und dann mehr Hotels. Alles in allem eine recht verwirrende Sache, wenn man kein geübter Google Nutzer ist. Man klickt, geht zurück, klickt wieder usw.
  2. Wir wollen die Suche einschränken und hängen „für Familien“ an die ursprüngliche Suche dran. Das Ergebnis ist ähnlich, wieder eine Liste von Werbenden, dann die organischen Ergebnisse, ein Bewertungsportal und wir klicken uns wieder durch die Seiten.
  3. Wahrscheinlich schreiben wir dann ein paar an oder gehen auf eine Buchungsplattform, um dort noch einmal zu suchen.

Das Ergebnis dieser Suche sind mehrere, wenn nicht sogar sehr viele Einzelsuchen und Aufrufe und jede Menge Zeit, die da hineinfließt.

KI Suche für das Beispiel „Ferienhotels in Mallorca“

Zunächst rufen wir die KI unserer Wahl auf. Dort bleiben wir dann auch. Das bedeutet, auch wenn wir jetzt 100 Prompts eingeben, wir haben nur einen Aufruf, der in der Statistik mit einer einzigen Google Suche gleichgesetzt wird. Weil es ein KI Tool ist und wir ja wissen, dass wir da eher mit ihm sprechen können, wie mit einem Menschen, sind wir bei der Eingabe des Suchbegriffs auch nicht so knapp wie bei der Google Suche. Wir geben gleich an, was wir wollen und häufig auch, wann wir fahren möchten. Wenn wir Mistral kostenlos verwenden, könnten wir auch gleich eine Recherche anfordern oder bei der bezahlten ChatGPT Version, den Agenten los schicken.

In meinem Beispiel habe ich eben Mistral und ChatGPT genutzt und nach ein paar Minuten von beiden, ohne erneuter Prompteingabe eine überschaubare Liste an Hotels und Flügen erhalten.

Weiter geht es mit der klassischen Suche

Warum jetzt die klassische Suche wieder zum Tragen kommt, obwohl ich sie eigentlich nicht benötigt habe, ist der finale Buchungsprozess. Das bedeutet, die Menschen nutzen dann wieder z.B. Google und suchen das ausgewählte Hotel und buchen und auf der Flugbuchungsseite, holen sie sich die Flüge. Das hat mit der Google Suche, wie wir sie aus Zeiten vor der KI kannten, dann eigentlich nichts mehr zu tun. Fakt ist aber, die Suchmaschinen kommen zum Einsatz und wenn man mehr als einmal sucht, was sich kaum vermeiden lässt, eben auch deutlich öfter als die KI. Der Unterschied zu früher ist allerdings, dass der Wissenszuwachs von dort, gleich Null ist.

Wenn wir uns ansehen, wo der Entscheidungsprozess lag, so hat die KI Suche deutlich mehr dazu beigetragen, als die klassische Suche. Brechen wir das um auf Werbung in den Suchmaschinen, müssen wir erkennen, dass jemand, der seine Entscheidung bereits getroffen hat, mitunter auf eine Werbung klickt, obwohl er das Unternehmen auch ausgewählt hätte, wäre es im organischen Suchergebnis aufgetaucht. Was hier geschieht ist eine vermeintliche Beibehaltung der alten Situation, die in dieser Form aber nicht mehr in vollem Umfang stattfindet. Menschen, die KI Nutzen, arbeiten auch gänzlich anders mit Suchmaschinen. Umd diese KI affinen geht es hier. Für jene, die damit nicht arbeiten, ist dies alles irrelevant. Da es sich dabei um eine rasch wachsende Gruppe handelt, ist dies zu berücksichtigen und kann nicht einfach mit Marktanteilen wegdiskutiert werden.

Wo sucht die KI?

Richtig, auch die KI sucht. Und sie tut das ein wenig anders und vor allem an anderen Stellen. Zunächst einmal sucht KI nicht wie Menschen auf Suchergebnisseiten sondern im Index einer Suchmaschine. Google hat in Österreich noch immer einen Marktanteil bei der Internetsuche von um die 90% und über 90% der ÖsterreicherInnen nutzen das Internet. Laut einer Studie zum Sommer 2025 von Demox Research (Quelle: https://www.demox-research.com/ki-monitor-202509/) sind es bereits rund 44% der ÖsterreicherInnen die regelmäßig auf die Dienste von KI zurückgreifen. Entsprechend der weiter oben genannten Studie, entfallen davon über 80% auf ChatGPT. Die Suche findet natürlich nur bei einer Webrecherche statt. Wenn die KI auf ihre eigene Wissensbasis zurückgreift, ist das nicht der Fall. Wenn Sie aber sucht…

ChatGPT und Microsoft Copilot nutzen nicht den Google Index

Das ist enorm relevant, denn diese beiden Systeme basieren auf der selben Technologie und auch an ChatGPT ist Microsoft relevant beteiligt. Ihr könnt euch denken, worauf das hinausläuft? Richtig, hier wird der Bing Index primär eingesetzt, wenn es um Websuche geht. Wer jetzt also ausschließlich auf sein Google Ranking achtet, darf sich nicht wundern, wenn die am häufigsten genutzten KI Systeme, das tolle Ranking dort gänzlich ignorieren. Aber es kommt noch dicker.

Bewertungen bei der KI Suche auf Bing

Im Gegensatz zu Google hat Bing keine eigenen Bewertungen. Es gibt Bing Places for Business, was dem Unternehmensprofil bei Google recht ähnlich ist, aber es gibt dort keine Sternchen zum Bewerten. In Österreich greift Bing auf Bewertungen von Facebook zurück. In anderen Ländern kommen auch Dienste wie Yelp usw. zum Tragen, allerdings haben diese hierzulande kaum Marktrelevanz. Das Problem mit den Facebookbewertungen ist leider, dass diese nicht mehr angeboten werden bei uns. Wer also aus früheren Jahren gute Facebookbewertungen hat, sieht diese bei seinem Eintrag in Bing Places. Wer keine hat, sieht nichts und hat auch keine Möglichkeit, noch solche Bewertungen zu bekommen. Man könnte nun sagen, naja, egal. Der Pferdefuß an der Sache ist aber, dass die Bewertungen mit hoher Wahrscheinlichkeit doch einen Einfluss aufs Ranking haben.

Ranking relvant für KI Suche oder nicht?

Natürlich hat das Ranking Relevanz. Ihr müsst schon vorne dabei sein, wenn euch die KI finden soll. Was nichts bringt, ist bezahlte Werbung, denn im Index, in dem die KIs lesen, gibt es keine Werbeflächen. Da macht Gemini, die KI von Google, auch keine Ausnahme in ihrer Recherche, auch wenn die tatsächlich den Google Index nutzt. SEO ist also relevanter denn je, allerdings können wir uns nicht mehr nur auf Google konzentrieren. Google nimmt mit Gemini übrigens eine Sonderrolle ein, da das Unternehmen gleichzeitig KI, Suchindex, Distributionskanal und Werbemodell kontrolliert. Diese vertikale Integration verschafft Google strukturelle Vorteile, begrenzt aber zugleich die Radikalität KI-basierter Suche. Warum? Nun, die alte Suche warf enorm viel Geld ab.

SEO neu

Nicht alles ist neu. Nach wie vor geht es darum, Backlinks aufzubauen, relevante Inhalte zu erstellen, einzigartigen Content zu publizieren und mit Keywords usw. zu arbeiten. Dazu kommen allerdings neue Aspekte, die es der KI erleichtern sollen, die Seite zu lesen, denn auch das ist relevant. Enorm wichtig sind heute strukturierte Website-Daten gemäß schema.org, KI Dateien im Hauptverzeichnis der Webseite können ebenfalls als sinnvoll betrachtet werden. Aber Vorsicht, anders als bei der robots.txt, die den Suchmaschinen über die gewünschte Indizierung der Seite Auskunft gibt, existiert bis Dato noch kein Standard in Bezug auf diese Dateien. Sich mit seiner Webseite Pro-KI aufzustellen und bereits KI Richtlinien zu implementieren, schadet natürlich auch nicht. Last but not least, aber auch das ist nichts Neues, müssen die vorhin genannten Businesseinträge auch für die KI Suche gepflegt und aktuell sein.

Was nicht vordergründig relevant ist, sind Einträge bei Firmenverzeichnissen und Dgl. Ja, dort gibt es mitunter eigene Bewertungen, die stellen aber für Google oder Bing keinen primären Rankingfaktor dar.

Was bleibt zu tun?

Fragen Sie die SEO Experten Ihrer Wahl nach Unterstützung, fallen Sie nicht auf Goldgräber herein, die Ihnen SEO von Vor-KI-Zeiten 2026 verkaufen wollen. Ja, Google hat einen gewaltigen Marktanteil bei der Suche, der Marktanteil bei der KI Suche ist aber für ChatGPT fast ebenso dominierend und dort sucht man eben nicht auf Google. Unterschreibt auch nicht vorschnell langjährig gebundene Online-Werbeverträge, so dynamisch wie aktuell, war die Situation noch nie, was Online Marketing betrifft. Das was heute relevant sein kann, kann morgen schon als alter Hut gelten. Viele werben zur Zeit in Newslettern und allen möglichen Social Media Plattformen mit der Killerstrategie für die KI Optimierung. Bedenkt aber auch hier, es gibt noch keine Standards für die KI Suche, alles ist noch im Wandel und wenn jemand behauptet alles zu wissen, dann steht bei dem entweder ein fliegender DeLorean im Hinterhof oder die Sache ist viel spekulativer, als man es euch verkaufen möchte.

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P.S.: Nein, dieser Artikel wurde nicht mit KI geschrieben, ich mache das immer noch selbst, nicht weil ich ineffizient bin, sondern weil ich gerne schreibe ;)